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43. GutsMuths-Rennsteiglauf - Supermarathon 72,7 km (09.05.2015)

(Ein Bericht von Sven Dackow)

Nachdem ich 2009 hier meinen allerersten Ultra 'gefinished' hatte, war mir im Ziel schon klar, das wird nicht mein letzter Rennsteiglauf über die 72,7 km gewesen sein. Dass es allerdings weitere sechs Jahre dauern sollte, hätte ich nicht gedacht. Meine Vorbereitung hatte ich gut mit dem Hamburg-Marathon zwei Wochen vorher abgeschlossen.

Jetzt also sollte es die 43. Ausgabe dieses Marathons, welcher 2014 zum Beliebtesten in Europa gewählt wurde, sein, wieder über die ganz lange Strecke. Die Anfahrt am Freitag nach Eisenach und die Startnummernabgabe am Marktplatz gingen zügig voran, wobei hier schon die ausgelassene Stimmung zu spüren war. Der Platz war gesäumt von Läufern und deren  Anhängern, viele genossen noch ein Bier und Thüringer Klöße im Festzelt.

Der nächste Morgen begann früh mit Aufstehen um 04:15 Uhr, einem kurzen Frühstück und dann ging es wieder zum Marktplatz, wo der Start um 06.00 Uhr erfolgen sollte. Der Platz war gut gefüllt, die Stimmung war ruhig und locker, hier gab es kein Gedränge. Das Rennsteiglied durfte natürlich auch hiernicht fehlen, allerdings ohne mitsingen. Die Wettervorhersagen waren für den 09.05. sehr gut, so dass wirbei wolkenlosem Himmel und 10 Grad C pünktlich starteten.

Insgesamt wurden ca. 2.400 Läufer auf die knapp 73 km Strecke geschickt. Schnell ging es durch die Innenstadt auf den ersten schweren Teil der  Strecke, der uns im Laufschritt über 25 km bergauf, über Wurzeln und Steine, von 223 m NN, auf 910 m NN auf den Gr. Inselberg führte. Die Gesamtstrecke umfasste insgesamt 1.817 m Höhenanstieg und 1.329 m Abstieg.

Nach dem Inselberg, mit der Jugendherberge und einem 126 Meter hoher Fernsehmast, liefen wir über einen km wieder sehr steil 200 Höhenmeter bergab weiter in Richtung km 41 'Neue Ausspanne', wo meinprivater Versorgungstrupp auf mich warten sollte. Allerdings war ich 8 Minuten vor meiner geplanten Zeit, so dass wir uns hier leider verpassten.

Bisher kam ich sehr gut voran, so dass ich mich entschied, nicht zu warten. Das war wohl ein Fehler, denn die kleinen aber feinen Auf- und Abstiege, die zum Teil höchste Konzentration forderten, hatten es in sich. Das Wetter war weiter sehr gut und die fantastischen Landschaft  beflügelte mich zudem. Das Laufen fand fast ausschliesslich durch Waldgebiet bei tollen und weiten Fernsichten statt.

Der nächste geplante private Treff war bei km 55 am 'Grenzadler'. Auf diesen 14 km dorthin  verlor ich dann allerdings doch Minute um Minute, dadurch dass ich mehrfach bei Anstiegen gehen musste. Lag es etwa daran, dass ich mein geplantes, eigenes Getränk bei km 41 nicht aufnehmen konnte? Egal, weiter ging es. Das Treffen bei km 55 klappte gut. Weiter ging es in Richtung höchsten Punkt der Strecke bei km 61,7 'Plänckners Aussicht', 971 m NN. Es kamen dann doch mehr Gehstrecken hinzu als geplant und an den sehr guten (ca. alle 5 km) Verpflegungsstationen, blieb ich dann doch mal etwas länger stehen als ich eigentlich geplant hatte, trank gesüßten Tee und Cola, und nahm zu meinen eigenen Gels auch mal ein Stück Banane mit Salz zu mir.

Die Versorgung ließ nichts zu wünschen übrig. Es gab alles von Wasser, Cola, Bier bis zu Wurst, Haferschleim und Schmalzbroten (!). Immer wieder trafen wir jetzt auf diesem Teil auf Nordic Walker (17 km und 35 km Distanz) und 17 km Wanderer  und Special-Cross Sportler. Zudem wurden noch HM und Marathon (43,5 km) gelaufen.

Insgesamt nahmen etwa 15.000 Sportler teil. Die letzten knapp 11 km führten langsam bergab RichtungZiel in Schmiedefeld (711 m NN). Der Zuspruch der Zuschauer war wieder enorm. Jeder der Läufer wurde durch Zurufe und Beklatschen unterstützt. Schon von Weitem konnte die Empfangskulisse am Sportplatz gehört werden, das motivierte noch einmal auf den letzten Metern. Aber die letzten drei km zogen sich doch sehr und hinterjeder Kurve erhoffte ich das Ziel. Etwa einen km vor dem Ziel dröhnte wieder ohrenbetäubend AC/DC auseiner extrem lauten Anlage, und ich wusste, der Sportplatz konnte jetzt nicht mehr weit sein.

RennsteigSM2015

Der Zieleinlauf in Schmiedefeld war wieder nur Gänsehaut. Auf beiden Seiten standen die Zuschauer zu Hunderten und jubelten jedem der Läufer zu. Die Medaille gab es gleich nach dem Zieleinlauf und für mich war klar, dass die 72,7 km in 7:32 Stunden und Platz 308  (Platz 51, AK M50) dann auch genug war.  Noch nie hattet ein Köstrizer Schwarzbier so gut geschmeckt.

Die berühmte Sportlerparty im Festzelt am Abend musste ohne mich stattfinden. Im Ziel traf ich dann noch Elsa (2:24 Stunden) und Lars (1:45 Stunden), die erfolgreich die Halbmarathon-Distanz meisterten, zudem war Hartmut noch auf der 43 km-Runde (4:35 Stunden) unterwegs.

Wieder war es ein super Erlebnis, toll organisiert und für alle, die  Halbmarathon oder länger mögen, eine sehr zu empfehlende Veranstaltung. Auf jeden Fall wird das nicht meine letzte Teilnahme gewesen sein.

Wie heißt es so schön in Eisenach: 'Wer was auf sich hält, der läuft von Eisenach nach Schmiedefeld'.

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