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Lust und Frust in Paris - Henning Deters beim Marathon (12.04.2015)


Am vergangenen Sonntag lief ich den Marathon in Paris. Die Zeit blieb sehr unter meinen Erwartungen, aber ich versuchte das angenehmste für mich aus der Lage herauszuholen. Als einer von rund 50.000 Läuferinnen und Läufern startete ich um 8:45 an der Avenue des Champs Élysées. Es war königliches Frühlingswetter. Entlang der Tuilerien und des Louvre verließ man den Stadtkern  zunächst östlich.

Bereits nach einer halben Stunde begann sich ein störrischer Magen schmerzhaft bemerkbar zu machen. Lag es an der unerprobten Marke des Energiegels? Hinauf ging es nun zum Château de Vincennes. Der Wald spendete angesichts merklicher werdender Vormittagssonne willkommenen Schatten. Noch lief es verhältnismäßig gut. Doch schon die Zwischenzeit am Halbmarathonpunkt lag eine Minute über dem Soll. Die Route führte nun durch verschiedene Straßentunnel, die mit spektakulären Lasershows schick anzusehen waren, deren stetes Auf und Ab aber auch ermüdete. Nach 23 Kilometern, kurz hinter der Bastille, waren die Beine zu keinem Sturm mehr bereit, und irgendwo an der Seine zwischen Notre-Dame und Musée d'Orsay stand der Mann mit dem Hammer. Ich blieb einen Moment stehen und überlegte, auszusteigen. Dann schaltete ich die Uhr ab und trabte weiter Richtung Eifelturm. Schließlich wartete jemand im Ziel auf mich.

Zum zweiten mal ging es nun in die Peripherie. Ich schleppte mich noch einmal bergauf, dieses mal in den Bois de Boulogne. Dort angekommen, labte ich mich ausgiebig an den Erfrischungen, während höchst motivierte Helferinnen und Helfer mich zum weiterlaufen antrieben -- das stimmlose "H" meines Vornamens übrigens perfekt prononcierend. Ich gab klein bei und trollte mich Richtung Ziel. Der Arc de Triomphe wurde aus der Ferne als ironischer Kommentar sichtbar, dann die Ziellinie mit der großen Digitaluhr. Am Ende waren es 3:10:47; zwar ansehnlich aber leider 25 Minuten mehr als ich gehofft hatte. Wer ein ehrgeiziges Ziel verfolgt, darf nicht jammern, wenn es danebengeht. Und so war dies im Rückblick vielleicht nicht der schönste, aber doch der ästhetischste Marathon bislang.

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