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Rom-Marathon 2013 (von Thomas Müller)

'Man mag so alt, so gelehrt, so weise und geschmackvoll sein, als man will - eine Reise nach Rom gibt immer noch dem Geist ein neues Gepräge.' (Frei nach Georg Christoph Lichtenberg)

Marathona die Roma 17.03.2013


Der Rom Marathon ist etwas Besonderes. Hier heißt es nicht ankommen laufen und tschüss. Hier wird vom Läufer mehr Einsatz erwartet – neben dem Marathon fordert die Stadt zu Fuß ihre Entdeckung – schonen, ausruhen und pflegen kann man sich zu Hause.



Angekommen am Freitag fuhr ich zunächst mit der Metro auf die Marathon Messe, um die Startunterlagen zu holen. Die Unterlagen erhält man vor dem Betreten der Marathon Messe – man ist also nicht gezwungen, sich bis in die letzte Ecke der Messe durchzuwühlen. Bei der Ausgabe nur freundliche Menschen und gute Organisation. Angestellt an meiner Startnummernrange klang es schon von links und rechts „Signore!“ Tolle Idee: Eine Startnummer mit Vornamen, Nationalflagge und jedem Startblock war eine andere Farbe zugeteilt. Statt mini Kleidersack gab es einen tollen Rucksack von Asics zur Kleiderabgabe. Eine tolle und praktische Idee!
Dann noch kurz auf die Marathon Messe, die nicht so prickelnd war. Später eine supertolle, superflache und knusprige Pizza in unmittelbarer des Hotels und dann ab ins Bett, die Reise (Auto, Straßenbahn, Flieger 1, Flieger 2, Eisenbahn, Metro, zu Fuß auf den Ripa Aventina) strengt doch an.

Am nächsten Tag ließ es sich nicht vermeiden in Rom einen Stadtrundgang zu machen. Ich wählte einen schönen Rundweg über Trastervere mit tollen Ausblicken über einen der sieben Hügel, genoss den 12 Uhr-Mittagssalutschuss und endete im Vatikan auf dem Petersplatz. Dann noch kurz in die Stadt, aber nach 15 km musste ich mich zum Ende zwingen, die Füße brannten. Also ab ins Hotel und nur noch die Beine hoch, es war anstrengend genug.

Am nächsten Morgen konnte ich zu Fuß zum Start gehen. Italienische Gelassenheit! Schon am Tag zuvor hatte ich am Kolosseum im Start- Zielbereich gesehen, dass eigentlich noch nichts fertig war. Aber über Nacht war das Marathondorf gewachsen. Allerdings spielte sich natürlich alles draußen ab. Keine Zelte oder ähnliches zum Umziehen. Der Zugang zu den verschiedenen Startbereichen am Kolloseum war mittels Leitgittern super gelöst.

Dann endlich der Startschuss: 'alea iacta est'
Die ersten 10 km waren ein Lauf durch die römische Geschichte. Forum Romanum und Circus Maximus zum Beispiel. Leider war das Pflaster auch römisch, nämlich Kopfsteinpflaster übelster Art. Außerdem war es so eng, dass ein Überholen nicht möglich war. Dann endlich konnte man sich auf Asphalt einrollen. Allerdings forderten schon hier kurze Steigungen und Rampen Tribut. Dies würde sich aber während der ganzen Renndistanz nicht mehr ändern.
Zwischen KM 10 und 26 war das Rennen unspektakulär. Es ging zunächst in die südlichen Außenbezirke durch Industrieviertel und dann wieder in Richtung Norden wunderschön am Tiber entlang.
Dann aber der berüchtigte Kilometer 27. Wir liefen geradewegs auf einen 30 m hohen Hügel zu. Während ich hoffte dass es nach links oder rechts abgehen würde, ging es in zwei schmucklosen Serpentinen einfach nach oben. Danach meldete sich mein linker Oberschenkel. Ich nahm diesen Anruf aber einfach nicht an.

Danach versuchte ich wieder gleichmäßig in Fahrt zu kommen. Damit war es aber gefühlsmäßig ab Kilometer 32 vorbei. Es ging in die Innenstadt. Enge Gassen, jubelnde Menschen, Kirchen, Baudenkmäler, Brunnen, Plätze, Amtssitze, die spanische Treppe und der Trevi-Brunnen (keine Zeit Geld hineinzuwerfen). Das alles half, die schmerzenden Füße zu vergessen. Das Kopfsteinpflaster hatte uns wieder - mit großen Löchern (wie im italienischen Staatshaushalt) und schöne Unebenheiten. Dazu kam auf diesen Kilometern eine wunderbare Ansammlung von kleineren Steigerungen und Rampen. Ich war nun dankbar, dass ich mir auf der ersten Hälfte Körner gespart hatte.
Dann der Kilometer 41 - ich konnte schon das Kolosseum sehen. Allerdings hielt der Kilometer 42 noch eine Überraschung parat. Es ging nach rechts, um das Kolosseum herum. Unglaublich, eine wunderbare Anhöhe, die 50% aller Läufer gehen ließ. Ich gehörte aber zur zweiten Hälfte, gebe aber zu, dass ich das Kolloseum keines Blickes würdigte! (Das holte ich am Montag nach).
Endspurt: 'Finis coronat opus' Das Ende krönt das Werk! Der Zielstrich!
Im Ziel die Freude, es geschafft und alles richtig gemacht zu haben, im Training und in der Renneinteilung. 04:13 h stand auf meiner Uhr und ich hatte trotz der Steigungen und des üblen Kopfsteinpflasters in der zweiten Hälfte nur 21 Sekunden mehr gebraucht als auf den ersten 21 km.
 
Danach perfekte Organisation der Verpflegung und Kleiderrückgabe. Allerdings keine Duschen, aber da das Läuferdorf mitten im Forum Romanum stand, war dies wohl nicht möglich.
Es bleibt festzuhalten dass dieser Marathon keine Bestzeiten produzieren kann, dies aber mit einem Lauf durch die römische Geschichte wett macht. Außerdem bot mir die Stadt Gelegenheit, die schmerzenden Knochen am Montag bei einem weiteren Stadtrundgang auszuschütteln. Dann blieb auch Zeit, am Trevi Brunnen eine Münze zu versenken. Ich komme wieder!

Vielen Dank an meine Frau, die den Trainingsstress (und die langen Läufe am Sonntagmorgen) ertragen hat und auch Motivatorin war. Vielen Dank auch an die Laufgruppe vom ATS Buntentor. Die Reiseunterstützung (Vielen Dank Heike!), die vielen Nachfragen, guten Wünsche, Tipps und Ratschläge helfen sehr. Vielen Dank dafür.

Thomas

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